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Polnisches Ermland - Erinnerungen an ein vergessenes Volk

 

Das Polnische Ermland - der südliche, polnischsprachige Teil des alten Fürstbistums Ermland in Ostpreußen - ist eine wenig bekannte historische Kulturlandschaft Mitteleuropas im deutsch-slawischen Grenzbereich, die in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts entstanden und in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts untergegangen ist. Mit knapp 450 Jahren Existenz, einer Fläche von gerade 1500 km2 und einer Bevölkerungszahl von wenig mehr als 100.000 Einwohnern, die sich gegen Ende seines Bestehens (in der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts) auf 3 Städte und 200 dörfliche Ansiedlungen verteilten, hat es in der Geschichte Mitteleuropas keine große Rolle gespielt. In gängigen Geschichtsbüchern taucht es nicht auf und wird nicht nur in Reiseführern meist mit dem benachbarten Masuren zusammengeworfen. Dabei existiert ein reichhaltiges Wissen über diese Landschaft, nicht zuletzt wegen ihrer Lage im Brennpunkt der deutsch-polnischen Nationalitätenkonflikte des 19. und 20. Jahrhunderts. Dieses Wissen befindet sich aber größtenteils zerstreut in speziellen Fachpublikationen und ist zum anderen wegen eben dieser Konflikte oft subjektiv eingefärbt.

Diese Internetseite soll ein Versuch sein, Fakten zum Polnischen Ermland in Form einer Art Anthologie zusammenzustellen. Seine Existenz wird dabei als Ergebnis der Kreuzung vierer großer Geschichtslinien dargestellt: der baltischen Altpreußen, des Deutschen Ordens, des polnischen Staates und der Hohenzollern mit ihren Staatsgebilden von der Burggrafschaft Nürnberg bis zum deutschen Kaiserreich.

Juni 2010

Letzte Aktualisierung 22. 6. 2011